Archiv der Kategorie: Kling Klang

Heimatklänge

Was haben monogolische Kehlkopfsänger und Schweizer Jodler gemeinsam?

Musiker sind auf der Suche nach ihren Wurzeln. Um diese zu finden und musikalisch frei zu werden, kann man nach den Klängen der eigenen Heimat suchen. Heimatklänge ist ein sehr schöner und anrührender Film von Stefan Schwietert, welcher Schweizer Musiker und ihre Wurzeln jenseits von alpenländischen Kitsch vorstellt.

Was der Christian Zehnder da mit seiner Stimme macht, finde ich sensationell. In Part 8 singt er gemeinsam mit Huun-Huur-Tu aus Tuwa, die auch schon gemeinsam mit Frank Zappa und Ry Cooder gespielt haben. Die Jungs sind ganz grossartig, darum kommt dieser Teil einmal vorweg:

 

 Auf Youtube gibt es den kompletten Film mit englischen Untertiteln in 12 Teilen zu sehen zu sehen, oder wenn ihr hier auf weiter klickt.

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Kinnlade runter

Wir saßen grade im Biergarten und Konrad erwähnte ein vor kurzem stattgefundenes Konzert von Candy Dulfer.

„Wow, du hast Candy Dulfer Candy Dulfer live gesehen?“, frage ich.
„Nö, wir haben da zusammen gespielt.“

Dachte erst, das wär nen Witz, war aber keiner. Da ist mir dann doch mal die Kinnlade runtergefallen. Äh, waaaaas? WOW! Die Frau ist aber mal so was von super-funky! Ich glaub, die Aufnahme von der LP Saxuality ist einer der wenigen Cassetten aus den 90ern, die ich noch besitze:

Und die sieht heute noch super aus und ist immer noch super-funky:

Trommel-Roboter

Der schönste Kommentar auf YT zu diesem Clip:
„Traurig. Er ist besser, als einige Drummer, mit denen ich bisher in meinem Leben gespielt habe.“

Dieser Roboter spielt zwar im Moment noch eher auf Anfänger-Niveau, aber für die meisten Rock-Combos sollte das bereits reichen. Wer weiß, wann es den ersten Roboter gibt, der dann auch noch anfängt frei zu improvisieren und den man nach der Probe anmaulen muß, das seine Soli viel zu lang waren…



Ayoba! – Ayobaness!

Der vermutlich heißeste Live-Act, der mir bisher dieses Jahr untergekommen ist, stammt von MGO & PASTOR MBHOBHO aus Südafrika. Die haben auf dem TFF in Rudolstadt so dermaßen den Park gerockt, das Publikum war auf 100 in Null Sekunden.

Die aktuelle Scheibe heißt Ayobaness, eine substantivierte Form von Ayoba. Ayoba ist ein südafrikanischer Slang Sammel-Begriff für alles in die Richtung gut, geil, alles super, alles wunderbar. Das Wort kommt direkt in den aktiven Sprachschatz!

Are you there? Yeah!

C64 Vuvuzela

Der Klang der Vuvuzela wird sicherlich der Sound des Jahres. Er nervt, er ist Anti. Ein zu Klang gewordenes Gegenteil von allem, was wir schön und gut finden. Ein nicht enden wollender Tonschwall, der sich darauf reduziert, da zu sein.

Der Klang schreit in die Welt hinaus: „Filtert mich raus – und ich werde trotzdem da sein.“

Das ist viel mehr als nur Jazz – das ist Philosphie.

Immer wenn eine Entität eine solche Qualität erreicht, erstellt jemand davon eine C64 Version. Das ist das Rob Hubbard-Axiom. Eat this:

Soundgenerator Pulsate

Selten passte die Bezeichnung dieser Kategorie Kling Klang besser, als bei Andre Michélles Pulsate.

Die Idee ist sehr einfach: Klickt man mit der Maus auf die schwarze Fläche, entsteht ein wachsender Kreis. Klickt man ein zweites mal, entsteht ein weiterer Kreis. Sobald sich die Kreise berühren, ensteht ein Klang. Mehr Kreise, mehr Klänge. Einfach mal ausprobieren. Andre Michélles Arbeit ist übrigens Grundlage des Hobnox Audiotools.

Probiert es mal aus »

Am dreissigsten Mai

„Am dreissigsten Mai ist der Weltuntergang, wir leben nicht mehr lang…“, so singt man in diesen Tagen hin und wieder vor sich hin. Wer das Lied nicht kennt, der kann hier in die Version von den lustigen Jungs von 1954 reinhören.

So klang die Zukunft in der Wirtschaftwunderzeit. Untergang? Egal, trinken wir noch einen, wird schon nix passieren. Heute sind wir uns da nicht mehr so ganz sicher, ob der Weltuntergang noch so weit entfernt ist. Die Wirtschaft kollabiert vor sich hin, die Umwelt geht vor die Hunde und Ballack spielt nicht bei der WM.

Ich hab heute mal wieder mit der Electribe MX und dem Kaossilator Pro rumgespielt und dabei diesen Sound hier live in der Küche aufgenommen. Beim Abspeichern muss man sich ja einen Dateinamen ausdenken und da hab ich ohne nachzudenken „Am dreissigsten Mai“ eingegeben, denn ein bischen klingt der Sound für mich  so wie der 30. Mai heuer.

Neues Hobnox Tool – Pulverisateur


Heute hab ich mal wieder bei bei Hobnox vorbeigeschaut und siehe da, die haben seit ein paar Tagen ein neues Instrument eingebaut: Einen virtuellen analogen Synthesizer namens Pulverisateur. Die ganze Anwendung heißt seit dem auch: Firestarter 1.0.

Die Hobnox-Audiotool Seite bietet inzwischen ein Vielzahl an Instrumenten und Effekten, die man beliebig miteinander verstöpseln und benutzen kann. Das ganze läuft einfach im Browser, ohne Installation! Geht auf www.audiotool.com, kann ich dringend empfehlen.

 

Ich hab z.B. grade eine Tonematrix als Tongeber für den Pulverisateur angeschlossen, das ganze durch einen Phaser laufen lassen, macht schon mal nen fetten schwebenden Bass! Dazu noch Drums durch den Pulverisateur gefiltert, ne zweite Tonematrix für eine kleine Melodie…das macht einfach ganz viel Spaß! Ich denke, mit etwas Zeit und Laune kann man damit inzwischen richtig Musik machen.

LinnStrument

Roger Linn kennt auf irgendeine Weise jeder von euch. Seine Instrumente, speziell seine Drumcomputer werden weltweit von Musikern eingesetzt. Er hat z.B. den ersten samplebasierten Drum Computer entwickelt.

Derzeit entwickelt er das LinnStrument. Das Linnstrument ist möglicherweise der Kaaossilator, den ich mir wünschen würde.

Es wird ebenfalls über eine berührungsempfindliche Multitouch Oberfläche angesteuert und kann sogar auf Druck reagieren. Die All Fourth Stimmung lässt eine Spielweise ähnlich einer offenen Gitarrenstimmung zu. Ein sehr spannendes Gerät, über welches man hier noch mehr erfahren und in diesem Video einen ersten Eindruck gewinnen kann:


My Favorites Sing!

Wo wir bei Koselleck und Kunst sind, möchte ich hier natürlich auch das neue Album von meinem Freund Konrad Koselleck und seiner Big Band vorstellen und zum reinhören animieren.

Auf dem Album „My Favorites Sing!“ hat Konrad, wie schon der Titel vermuten lässt, seine Lieblingssänger und Sängerinnen für die Aufnahmen gewinnen können. Neben den von mir favorisierten Sängerinnen Ellen ten Damme und Deborah J. Carter sind die ebenso fantastischen Claron McFadden, Edwin Rutten, Lydia van Dam, Esra Dalfidan, Mapi Quintana und Sven Ratzke zu hören.

Das Album kann und soll man hier bei Amazon erwerben, als CD oder zum Download und natürlich auch zum vorhören.

Und um einen Eindruck zu bekommen, hier noch ein Video von der Konrad Koselleck Big Band und der großartigen Deborah J. Carter mit  „Can´t by me love“:

Kaoss in the kitchen

Neben wählen gehen war an diesem Sonntag mal wieder Zeit, um Musik zu machen und den Kaossilator Pro auzuprobieren.

Löst man sich von dem Gedanken, das Gerät mit einem Tastatur-Synth zu vergleichen und lässt sich auf das Bedienungskonzept ein, eröffnen sich ganz neue klangliche Möglichkeiten. Zudem macht der Kaossilator Pro einfach sau viel Spaß!

Hier mal ein kleines Soundbeispiel. Die Drums und der Bass kommen aus einer Electribe Groovebox, die Schwurbeldrumherumsounds und Leadsounds aus dem Kaossilator Pro. Das Stück heisst Kaoss in the kitchen, weil’s am Küchentisch enstanden ist: