Archiv der Kategorie: Web 2.0 Dummfug

TOTAL RIKORN

Habt ihr davon schon was gehört? Nicht? Das ist der neue heisse Shice:

RICOLA+KORN = TOTAL RIKORN
Der neue Kultdrink aus den exklusiven Szenebars der angesagtesten Metropolen der Welt kommt nach 5 Minuten nun endlich auch nach Deutschland!

Think global – drink local!
Ein in Steinhäger-Korn aufgelöstes Ricola-Bonbon pro 2cl-Glas eroberten via Social-Networks die heimischen Clubs mit Lichtgeschwindigkeit.

Der süße Spaß der weltweiten Digital-Natives begeistert auf Anhieb: Nach wie vielen Gläsern erinnerst du dich an deine Vergangenheit?
Warst du ein Geheimagent? Hattest du die tollsten Frauen? Warst du früher ein Schweizer Einwanderungsbehörden-Beamter?

Du kannst dich nicht erinnern? Dann bestelle sofort noch einen TOTAL RIKORN!


CDU Parteitagsselbstwahrnehmung

Auf Twitter zerreißen sich die Leute das Maul bis zum geht nicht mehr über die CDU-Parteitagsentscheidung gegen die steuerliche Gleichstellung von homosexuellen Ehen.

Das bekommt nur nicht jeder mit, da die CDU anscheinend den Hashtag #cdupt12 bei Twitter gekauft hat und damit angeblich die Standard-Anzeige für diesen Hashtag moderieren kann.

Offensichtlich bekommen auch diese beiden Youtube-CDU-TV-SprecherInnen auch nur die moderierte Timeline zu sehen und freuen sich über die mehrheitlich positive Resonanz über Angela Merkels Wiederwahl:

Ich frag mich ja, ob die durch solche Videos versuchen ihre kognitiven Dissonanzen aufzulösen, oder ob die „CDU-TV-ModeratorInnen“ nicht wissen, das sie halt nur den von ihrer Partei kuratierten Ausschnitt sehen und sich wirklich über die positiven Tweets freuen.

Sei es drum, die CDU liegt in den Umfragen derzeit bei 38%, was schert es die also, was auf Twitter los ist. Es sei aber auch angemerkt, das dieses Video bisher 97 Aufrufe hat. So richtiger SOCIALMEDIAIMPACT sieht anders aus.

Ich find das ein schönes Beispiel dafür, wie Organisationen „im Internet“ die Wahrheit zurechtbiegen und das ihr hier ebenfalls nix glauben könnt. Das „Internet“ das ihr seht, ist für euch vorgefiltert. Ihr seht das, was ihr sehen sollt und wer am meisten zahlt, lässt euch am meisten sehen.

Elektrischer Reporter


Ich hatte es schon fast wieder vergessen, aber ich hab neulich bei so einem Aufruf von Mario Sixtus mitgemacht, wo man in Youtube rein sprechen sollte, was man vom Internet so hält. Er würde es dann in der ZDF-Sendung „Der elektrische Reporter“ verwursten. Und das hat er nun in der letzten Sendung gemacht. Danke an Oki für den Hinweis!

Und so hatte ich einmal im Leben das letzte Wort in einer Fernsehsendung (ab min. 13:20), auch net schlecht. Die Sendung gibts auf Youtube zu sehen, und wie gesagt, ganz am Ende gibts was von esgibtsie 🙂

Schnupfen

Falls jemand die Idee haben sollte, zum Thema Schnupfen mal im Internet nach wirksamen Linderungsverfahren zu suchen, dem sei versichert das es zumindest bei Youtube zu dem Thema was zu lachen gibt.

Einer der ersten Treffer ist dieser Clip hier mit dem ehemaligen Deutschenbundesnationalengegentorverhinderer Sepp Maier. Nicht bekannt ist, ob er die gezeigten Gerätschaften seinen jüngeren Kollegen beim FCB zum zeitgemäßeren Koks-Konsum überlassen hat:

Ganz Hartgesottene können sich jetzt noch den folgenden Clip reinziehen. Ich würds nicht noch mal anschauen, klickt da nicht drauf, ist echt bääh. Aber wer es nicht lassen kann, bitte, ihr habt so gewollt. Hier ist Link zum Clip.

Schauen, ob die Welt noch da ist

Heute sehr früh aufgestanden. Browser geöffnet.
„Recherchiert“, ob die Welt noch da ist.

Im Internet steht:
Spekulation um Hinrichtung. Wall Street? Ne Gadaffi.
FDP will Banken teilverstaatlichen. Gefällt mir.
Commerzbank-Chef fordert Bankrott Griechenlands. Und das sein Arsch gerettet wird.
ETA verkündet Ende der bewaffneten Aktivitäten. Ich hab erst FDP gelesen.
Regierung will eigene Trojanerentwicklung. Ich will mehr Kaffee.
Rüstungsbranche kämpft gegen Spardiktat. Dann diktiert denen halt was längeres.
Gestern war Information-Overload-Bewusstmachtag. Heute schon nicht mehr.

Die Welt ist noch da. Den Euro gibt es noch. Dann kann ich ja jetzt twittern: Gehe Klopapier kaufen.

Webmaster

Webmaster fand ich schon immer ein tolles Wort. Da kann man sich seit den frühen 90´er Jahren drauf verlassen: Leute die sich Webmaster nennen liefern immer nur allerfeinste Qualität, hergestellt mit modernsten, multimedialen und sciencefictionesken Methoden.

Unbedingt hier einkaufen:

[via]

Digitale Gesellschaft

Markus Beckedahl, Betreiber des Blogs netzpolitik.org, hat Ende der letzte Woche verkündet, das er einen Verein namens Digitale Gesellschaft gegründet hat.
Eine kurze Umfrage im Bekanntenkreis ergibt folgendes Bild: Alle sind im Internet, kaum jemand kennt netzpolitik.org, netzpolitische Themen spielen im Alltag so gut wie keine Rolle.

Nun, genau das will die Digitale Gesellschaft ändern. Sie wollen sich dabei Greenpeace als Vorbild nehmen und kampagnenorientiert arbeiten, um meiner und „deiner Mudda“ Netzpolitik nahezubringen.

Übers Wochenende macht sich erhebliche Kritik an der neuen Organisation ihre Luft. Wenn ich das richtig lese, sind in dem Verein ca. 20 Leute, die aber nicht unbedingt namentlich bekannt sind, man darf Spenden und mitarbeiten, Inhalte werden aber nicht diskutiert. Halt wie bei Greenpeace: Um schlagkräftig zu sein und um sich nicht tot zu diskutieren. Das ist insofern äußerst amüsant, als das genau Markus Beckedahl permanent kritisiert, das sich Politiker vor Machtverlust fürchten und intransparent arbeiten. Hat er vielleicht rausgefunden, warum die das so machen? 😉

„Dem Internet“ dann eine solche Lobbytruppe zu präsentieren, die demnächst  „ihre Interessen“ vertritt, das erfordert ganz schön viel…sagen wir mal: Mut und Selbstbewustsein.

Ich bin gespannt, wie dieses Projekt weitergeht. Sich als Klassensprecher zu geben, ohne dass man gewählt wurde ist selten gut gegangen, aber mal angenommen, das Projekt kommt so richtig greenpeacemäßig in Gang: Wie werden die Kampagnen aussehen?

  • Werden die sich tagelang mit Großtransparenten an die UMTS-Antennen der Telekom-Hochhäuser ketten, um für Netzneutralität zu kämpfen?
  • Werden dann aus Protest kübelweise nicht zugestellte und benachteiligte Datenpakete vor den Bundestag gekippt?
  • Saust die digitale Gesellschaft demnächst mit Schlauchbooten durchs Internet und verhindert das aufstellen von Stoppschildern?
  • Werden sie Mark Zuckerberg entführen und erst wieder freilassen, wenn er TIPTOP Datenschutzbedingungen bei facebook zusichert?
  • Bekommt die „Netzgemeinde“ bald einen eigenen Feiertag?

Greenpeace ist über spektakuläre Aktionen bekannt und beliebt geworden. Wenn man sich als „digitale Gesellschaft“ dort einreihen will, hängt man selber die Meßlatte sehr hoch und dann werden sich die 20 Vereinsmitglieder ganz schön was ausdenken müssen. Sollte ihnen das gelingen, und die Themen passen mir, werd ich das Projekt gerne unterstützen.

Weitere Artikel zum Thema:
www.fixmbr.de/die-digitale-gesellschaft-ist-nicht-die-digitale-gesellschaft
mrtopf.de/blog/politik-politics/digiges
blog.fefe.de/?ts=b354d1c0
www.tauss-gezwitscher.de/?p=2297
twitter #digiges

Warum man Merkel nicht wählen sollte

Laut netzpolitik.org hat die Kanzlerin gestern auf der CEBIT gefordert, das die Bandbreite für private Internet-Anschlüsse bis zum Jahr 2040 für 75% der Bevölkerung auf 50Mbit/s ausgebaut werden soll. WHATTT??? Das sind die Bandbreiten, die heute schon alle haben sollten, aber doch nicht im Jahr 2040. Bis dahin sollte das irgendwas im Gigabit-Bereich oder mehr sein.

Das die Frau keine Visionen hat ist ja bekannt, das sie von Wissenschaft nix hält wissen wir nun ebenfalls, aber das sie so technologiefeindlich ist – das hätte ich nicht gedacht.

Liebe IT und Telko-Branche, mit der Merkel wird das für euch ne schwere Zeit bis dahin…

Ich glaub. Ich Spinne.

Grade krabbelt eine Spinne über die Webcam meines Laptops. Schnell will ich mit einem Klick ein Foto von ihr machen und dann sollte mein Computer automatisch erkennen, welche Spinne das ist und ob ich Angst vor ihr haben sollte. Mist, jetzt ist sie schon weitergekrabbelt.

Ich hab mir sagen lassen, das hier in Australien grade die ganz kleinen Spinnen besonders giftig sind. Diese hier ist besonders klein.

Erfolglos verfolge ich sie auf dem Screen mit dem Mauszeiger und versuche sie mit einem Doppelklick zu eliminieren. Sie ist aber einfach schneller.

Ich öffne google um ihre Gefährlichkeit zu „recherchieren“ und die Spinne verharrt ohne Scheiß direkt auf dem Such-Eingabefeld. Ich klicke auf „Gut Glück!“ – habe aber keins.

Google erkennt die Spinne nicht automatisch und ich bekomme keinen ausführlichen Wikipedia-Artikel über das Biest zu sehen. Diese Web 2.0 Hoschies erzählen immer nur einen von den fantastischen Möglichkeiten des Internets, fabulieren über augmented reality und verbreiten, das google alles kann. Aber die Spinne hier akzeptiert diese altertümliche Search-Engine nicht als Suchanfrage. Obwohl sie doch genau an der richtigen Stelle Platz genommen hat. Wo ist spider-view, wenn man es mal braucht?

Schiddi, jetzt hab ich einen Augenblick nicht hingesehen und weg ist sie. Ich hoffe, sie springt mir nicht gleich plötzlich aus der Dunkelheit auf die Hand. Vielleicht ist sie ja nur einen TAB weitergekrabbelt und trifft grade ein paar Freunde auf spiderbook.com?

P.S.:
Die wirklich gefährlichen Tiere in West-Australien sind übrigens Fliegen. Die kennen nix und kriechen dir auch zu dritt gleichzeitig in die Nase und in die Ohren.

Arschgesichtsbuch-Blocker

Du meinst, das du vor Facebook sicher bist, wenn du dort nicht angemeldet bist: dem ist nicht so.

Ein Einfalltor kannst du nun schließen. Mit den „Social“-Plugins (z.B. dem Gefällt-mir-Button) kann Facebook auf deinem Rechner rumschnüffeln und dein Surfverhalten ausspionieren, auch ohne das du dort ein Konto hast. Der Facebook-Blocker verhindert das Ausführen des Facebook-Codes. Sehr gut!

An deine Telefonnummer und Mailadresse kommen die leider immer noch, wenn du unbedachte Freunde hast, die ihre Adressbücher mit Facebook synchronisieren. Dann kann Facebook anhand deiner Mailadresse doch mal eben rausfinden, mit wem du so alles in Kontakt stehst. Dagegen hilft derzeit nur social-blocking – deine Adressdaten nur an sehr vertrauenswürdige Menschen zu geben.

Facebook-Fans werde ich übrigens nur noch IM Zuckerberg nennen. Der Begriff Unterschichten-Internet sollte in dem Zusammenhang unbedingt geläufig gemacht werden.