Danke Miro Jennerjahn!

Der Grünen-Abgeordnete Miro Jennerjahn hat das Pech, sich im sächischem Landtag mit NPD-Deppen beschäftigen zu müssen. Glücklicherweise macht er das brilliant. Er kontert in dieser Rede auf einen Antrag der NPD zur Reinheit der deutschen Sprache so gekonnt, das sich diese Rede aus meiner Sicht zum Standardwerk für die politische Aufklärung in Schulen eignet.


[via Spreeblick]

Schauen, ob die Welt noch da ist

Heute sehr früh aufgestanden. Browser geöffnet.
„Recherchiert“, ob die Welt noch da ist.

Im Internet steht:
Spekulation um Hinrichtung. Wall Street? Ne Gadaffi.
FDP will Banken teilverstaatlichen. Gefällt mir.
Commerzbank-Chef fordert Bankrott Griechenlands. Und das sein Arsch gerettet wird.
ETA verkündet Ende der bewaffneten Aktivitäten. Ich hab erst FDP gelesen.
Regierung will eigene Trojanerentwicklung. Ich will mehr Kaffee.
Rüstungsbranche kämpft gegen Spardiktat. Dann diktiert denen halt was längeres.
Gestern war Information-Overload-Bewusstmachtag. Heute schon nicht mehr.

Die Welt ist noch da. Den Euro gibt es noch. Dann kann ich ja jetzt twittern: Gehe Klopapier kaufen.

Regiert von Sicherheitsbeamten

Der Herr Uhl von der CDU hat uns heute im Bundestag erklärt, wer in Deutschland das sagen hat.

„Das Land wird von Sicherheitsbehörden geleitet (…) es wird regiert von Sicherheitsbeamten (…)“

Diese Rede von Herrn Uhl hat epischen Charakter. Es ist höchste Zeit diese Leute aus dem Amt zu jagen. Besonders grossartig: Bei ca. 5:25 min. die Reaktion der Schriftführerin.

Ein Reset wird nicht reichen

Dirk ‚das Börsengesicht‘ Müller sagt heute dem Handelsblatt: „Unser Finanzsystem ist am Ende.“

Desweiteren merkt er an, das sich das Geld bei denen stapelt, die eh das meiste Geld haben und das wir an dem Punkt sind, das mehr abschöpfen nicht mehr geht. Hier das Interview mit Dirk Müller »

Wenn selbst die Börsenprofis sagen, das es eine Umverteilung von Oben nach Unten geben muss, wann landet wohl die Erkenntnis bei der Koalition? Ich sag mal: Nie.

Gibt es eigentlich schon Anmeldungen für Demos unter dem Label Occupy Bielefeld?

Das Game zum Dienstag


[via nerdcore]

Mega Mash ist ein Mashup aus 7 unterschiedlichen Spielen. Der Wechsel zwischen den Spielen erfolgt innerhalb eines Levels und ihr benötigt teilweise die Power der unterschiedlichen Spielfiguren um den Anschluss an den nächsten Part zu schaffen oder es können auch Gegenstände ins andere Spiel mitgenommen werden. Die Genre verschmelzen als quasi. Sehr grossartig! Genau das richtige Mittel gegen die erste Erkältung des Jahres 🙂

Das will ich durchsterben »

Verfassungsbruch & Bestechung


© esgibtsie.de

Nachdem gestern noch Zweifel an der Echtheit des Staatstrojaners bestanden, ist heute klar: YEP. Der CCC hat da eine Hammerskandal Geschichte ausgegraben.

Bayern, Niedersachen, Brandenburg, Baden-Württemberg haben zugegeben, die illegale Software eingesetzt zu haben. Fefe hat hier die Bundesländer-Domino-Links gesammelt.

Der FoeBuD hat via Twitter gemeldet, das die Firma Digitask, welche die Staatstrojaner-Software vermutlich entwickelt hat, schon häufiger auffällig geworden ist. Laut der Wirtschaftwoche war der Geschäftsführer von Reuter Electronic (ein nach der WiWO mit Digitask in Zusammenhang stehendes Unternehmen) im Jahr 2002 zu 21 Monaten Freiheitstrafe auf Bewährung und 1,5 Millionen EUR Geldbuße verurteilt worden. Wegen Bestechung und Vorteilsgewährung. Das ist doch auch ganz spannend. Mal schauen, ob aus der Richtung in den nächsten Tagen noch mehr kommt. Verfassungsbruch & Bestechung, ein dynamisches Duo.

Ich werd morgen mal zum PC-Kistenschieber in die Innenstadt und nach nem Laptop ohne Kamera, Mikro und ohne WLan fragen. Nur mal so, ob es sowas gibt. Denn die einzige Datensicherheit die noch bleibt, ist aus dem Internet rauszubleiben.

CCC hackt Bundestrojaner

Dem Chaos Computer Club ist es offenbar gelungen, aus ihm zugespielten Festplatten den Code des sogenannten Bundestrojaner zu entschlüsseln.

Das Bundesverfassungsgericht hatte in einem Urteil vom Februar 2008 die Hürden für eine Nutzung des Bundestrojaners sehr hoch gehängt. Gegen diese Hürden scheint die dem CCC zugespielten Versionen manigfaltig zu verstoßen. Zum einen enthält die Software einen Bestandteil, der in regelmäßigen Abständen Bildschirmfotos schiesst und versendet. Damit fände eine unzulässige Überwachung aller aktuellen Tätigkeiten am Computer statt. Die Erlaubnis beschränkte sich auschliesslich auf Kommunikation, z.B. via Skype. Desweiteren ist die Software so gebaut, das sich weitere Module auf dem überwachten Computer beliebig nachinstallieren lassen, z.B. die Kamera oder Mikrofone angezapft werden können. Nicht zuletzt wäre es möglich, beliebige Daten vom der Festplatte zu kopieren und auch dorthin zu kopieren, z.B. gefälschte Beweismittel. Die Software ist dermaßen mangelhaft, das es jedem Hacker, der die IP-Nummer eines mit dem Bundestrojaner ausgestatten Rechners kennt, dieser Zugriff möglich ist. Auf einem solchen Rechner gefunde Beweismittel sind damit unbrauchbar.

Bisher habe ich in keinem Artikel handfeste Belege gefunden, das es sich bei dem gefunden Schädling eindeutig um den Bundestrojaner handelt. Es liegt aber auch noch kein Dementi vor.
Update:
Das Innenministerium hat inzwischen dementiert. Fefe vom CCC schreibt, Belege können derzeit nicht veröffentlicht werden, um Quellen zu schützen.

Wenn sich diese Meldung jedoch im Laufe der nächsten Woche als richtig herausstellt, könnte und sollte dies zu harten Konsequenzen führen. Es wurde gegen Entscheidungen des Bundesverfassungsgericht gehandelt. Von den Verantwortlichen sind dann mindestens Rücktritte zu erwarten. Darüber hinaus bin ich sehr gespannt, ob es zu einer strafrechtlichen Verfolgung kommt. Das Vertrauen in Politik und die überwachenden Behörden ist allemal mit diesem Vorfall nachhaltig erschüttert. Vor drei Jahren wurde ein solches Szenario als polemische Verschwörungstherie diffamiert, nun wird sie zur Gewissheit.

Weiterlesen auf:
Pressemeldung Chaos Computer Club
Telepolis (2008) zum Urteil des Bundesverfassungsgericht
Code ist Gesetz – Frank Schirrmacher auf faz.net

Und zum Abschluss noch ein erklärendes Video dazu:

[via netzolitik.org]

Relativierung

Die Kanzlerin hat heute auf dem CSU-Parteitag die aktuelle als die größte historische Krise Europas bezeichnet. Na gut, kann man machen, wenn man mal z.B. den 2. Weltkrieg nicht als europäische Krise begreifen will.

Das passt auch sehr schön zu einem Artikel in der TAZ von heute morgen. In dem Artikel wird mitgeteilt, das Hitler nun nicht mehr Ehrenbürger von Castrop-Rauxel sei. Zur Erklärung, wer Hitler war heisst es dort zum Schluss in aller treffenden Kürze: „Hitler war Vorsitzender der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei NSDAP.“

Hinter dem Artikel stand das Kürzel EPD. Dieses Kürzel steht für Evangelischer Pressedienst. Da könnte man ja den evangelischen Pressedienst mal fragen, ob Hitler aus Sicht der evangelischen Kirche nicht doch noch etwas mehr als nur ein Parteivorsitzender war, denn deswegen wurde ihm ja sicher nicht die Ehrenbürgerwürde aberkannt. Die TAZ könnte man fragen, warum sie so eine EPD-Meldungen einfach so unbearbeitet durchreicht. Und Castrop-Rauxel könnte man fragen, warum sie dafür solange gebraucht haben. (Danke an Rat für den Hinweis)

Wer hats erfunden?

Heute war auf nw-news.de ein Bild Thema des meist geklickten Artikels, welches aus diesem Blog stammt. Ich bin ja generell für freie Nutzung von Bildern, Musik und Text im Internet. Aber dort wurde nicht mit einem Wort erwähnt, von wem das Bild erstellt wurde. Ich hatte fast den Eindruck, das nicht mal klar war, das dies kein Foto ist, sondern eine Kollage.

Mit der zuständigen Redakteurin habe ich jetzt Mailkontakt. Sie hatte das Bild per Email bekommen und wusste nicht, woher es stammt. So ist das im Internet. Man bekommt was lustiges zu sehen und möchte es teilen. Die dazugehörigen Rechte sind teils nur schwer oder nicht zu ermitteln, trotzdem möchte man es weitergeben. Man macht es einfach und hofft, das nichts passiert. Ein Problem, das alle Internetuser jeden Tag haben. Auch die NW. Nun ist die NW ein kommerzielles Produkt eines Verlages und nicht irgendein Internetuser.

Die Verlage fordern eine Erweiterung des Urheberrechts, das sogenannte Leistungsschutzrecht für Presseverleger. Dies könnte für Blogger bedeuten, das selbst kleinste Zitate von Verlagsprodukten kostenpflichtig wären. Solange es von Verlegern solche Forderungen gibt, werde ich bei Urheberrechtsverletzungen von Verlagen gegenüber meinem „geistigen Eigentum“ nachhaken.

Die NW-Redakteurin hat mir ein übliches NW-Fotohonorar angeboten. Da ich kein Honorar für mich haben möchte, hab ich jetzt vorgeschlagen, das sie stattdessen eine Spende an das Mädchenhaus-Bielefeld überweisen sollen und ich hoffe, das sie mit dem Betrag nicht geizen.

Mehr Infos zum Leistungsschutzrecht findet ihr bei IGEL – Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht »

P.S.:
Wenn man mal unsicher ist, woher ein Bild stammt: Hier wird die google-Bildersuche ganz gut erklärt. Bild per Drag and Drop einfügen und losgehts. Das Bild oben hätte sofort und ausschliesslich auf www.esgibtsie.de hingewiesen.

Arbeiten gucken

Wenn sowas direkt vor deinem Bürofenster passiert, dann kann man gar nicht weggucken. Und in diesen Momenten will ich auch nicht länger in einem Büro arbeiten, sondern Kranfahrer sein.

Der Clip ist gelegentlich etwas wackelig, da zeitgerafft und mit Mobilphone-Kamera gefilmt. Das hat in echt gut 20 Minuten gedauert, hier in 50 Sekunden:

Hell yeah it’s Tuesday

Dienstag, der schönste Tag der Woche, Zeit zum tanzen und zum feiern!

Brett Domino & Steven Peavis haben hier ein supergeiles Discomedley hingelegt. Mit Ukulele, Kazoo, Kaaoszilator, Monotron, Stylophon, Waschmaschine und vielen mehr. Der beste Start in den besten Tag der Woche!