Sep 01

[Kriegsminister G. vor Dönersalatbar in 3D © esgibtsie.de]

Da stellt sich ausgerechnet ein Bänker die Frage: Schafft Deutschland sich ab?

Ja und? Wenn schon? Das wird Milliarden von Menschen auf der Welt nicht im geringsten jucken, wenn in Frankfurt ein alter Sack Sack Reis umfällt.

Wer braucht Deutschland? Auf was bilden wir uns denn hier was ein? Auf Goethe und Schiller sollen wir Stolz sein? Auf schwurbelige Dichtkunst von vor 200 Jahren? Lächerlich. Um die westfälische Bratwurst wäre es vielleicht schade.

Wir sollten uns viel mehr Fragen: Schaffen die Bänker unsere gesellschaftlichen Normen ab? Schaffen die globalen Konzerne unsere Umwelt ab? Schafft die Gier unsere Menschlichkeit ab? Um Deutschland wird kein Hahn in Peking krähen.

Jul 25

Gestern haben ca. 400-500 Leute in Bielefeld demonstriert Musik gehört. Aber für was eigentlich?

Vorneweg ein dickes Lob an die Organisatoren für ihren Einsatz und die durchaus unterhaltsame Rede von Hendrik. Was ich jetzt schreibe, meine ich mit aller Selbstkritik.

1) Es sollte eine Demo sein, die sich für den Erhalt und die Erweiterung subkultureller Räume für junge Leute einsetzt. Vielleicht täuscht mich meine Wahrnehmung, aber eine recht große Zahl der Besucher waren  um die 40 +/- ein paar Jahre. Diese Kohorte hat ihre Jugend in den 80´ern verbracht. Wo waren die Horden wirklich junger Leute? Ach ja, seit dem 15.7.10 sind ja Schulferien in NRW.

2) Die einzigen größeren Fahnen hatte die grüne Jugend und die Jusos dabei. Hier ganz große Selbstkritik!

3) Konkret ging es um das Kamp und die Kündigung des Vertrages mit dem Kulturkombinat e.V. Das die Falken diesen Vertrag gekündigt haben und damit Verursacher dieser Situation sind, wurde nicht kritisiert. Da war die größte Dissonanz zwischen den Veranstaltern und den Demonstranten zu spüren. Die Leute sind gekommen, weil sie das Kamp behalten wollen. Hier besteht ein politischer Konflikt. Diesen Konflikt nicht zu benennen hat die Tragik der Demo ausgemacht.

3) Die Menge sollte von der Moderatorin angeleitet skandieren: “Wenn ihre unsere Clubs schliesst, tanzen wir in euren Vorgärten”. Häää? Das kann man nicht skandieren und das ist mal voll in die Hose gegangen. Der Satz ist inhaltlich Gaga und vom Versmaß her nicht Parolen geeignet.

4) Bei einer Demo 2 Stunden lang beim Mellow nett mit Musik beschallt zu werden und dann anschliessend einen kurzen Trauermarsch hinter Juso-Fahnen zu Elektroparadensound zum Jahnplatz abzuschreiten, damit kann ich mich nicht identifizieren und die Leute um mich herum waren darüber ebenfalls mehr als irritiert. Auch hier große Selbstkritik. Da brauchts Megafone, Trillerpfeifen, knackige Parolen und wie oben schon gesagt, große Fahnen/Banner.

Mir war das alles zu harmlos und unpolitisch, aber vielleicht ist diese Zeit ja so.

Fazit:
Eine weitere Demo nach dem 27.8. (Ende der Schulferien) könnte eventuell besser besucht sein.
Für eine Demo braucht man klare politische Aussagen und Forderungen.
Bei einer Demo braucht man große Banner und Fahnen, auf denen die Forderungen stehen.
Ein Demozug sollte durch die Innenstadt gehen, damit es auch ein paar Leute mitbekommen.
Elektroparadensound passt nicht zu einer Demo, sondern zu Paraden.

Musikalisch fand ich “The Von Duesz” sehr klasse, darum zum Schluß hier ein Video von der Combo:

Update:
Ein Video vom Trauermarsch gibt es beim NW-Blog und einen wirklich sehr lesenswerten Kommentar zum Thema Subkultur bei Gorgmorg.
Jul 23

Nicht vergessen: Am Samstag, den 24.7.2010 ab 17:00 Uhr findet die Demo der Initiative Bielefelder Subkultur statt. Startpunkt ist der Emil-Gross-Platz – das ist der Platz zwischen Mellow Gold, Moccaklatsch, Nichtschwimmer und der Bielefelder SPD Zentrale.

Jul 22

“The story of stuff” geht weiter und diesmal geht es um Körperpflege-Produkte. Annie Leonard und ihr Team erklären Dinge so einfach und klar – sie stellen die richtigen Fragen und scheuen sich nun auch nicht davor, Konzerne zu benennen und zu erklären, warum sie hochgiftige Stoffe verwenden dürfen. Unbedingt anschauen!

Jul 18

Dachte ich ein vorhin für ein paar Sekunden. Heute wehte diese regenbogenfarbene Fahne auf der Bielefelder Sparrenburg. Kurz hätte man ja mutmaßen können: “Attac hat die Regierung gestürzt!” Was für ein feiner Tag!

Aber durchs Fernrohr war der weiße “Pace” Schriftzug nicht zu sehen. Schade.

Meiner Erinnerung nach war es das erste Mal, das diese Fahne während des CSD’s in Bielefeld auf der Sparrenburg (und vor dem Rathaus) gehiesst wurde. Oder gab es das schon öfter?

Jul 16

Menschen entscheiden und schalten dauernd. Ganz oft ohne darüber nachzudenken, ohne direkte sinnliche Rückmeldung. Schalten und Entscheiden löst manchmal unangenehme Folgen ohne spürbare Reaktion für den Auslöser aus. Diese Schalter von Katrin Baumgarten sind ein ein sehr tolles Sinnbild dafür. Bitte baut diese Schalter in alle Konzern-Büros und Parteizentralen dieser Welt ein!

Jul 09

Vielleicht hat der ein oder andere von euch dieses Video in den letzten Tagen in einem der fantastilltriaden Blogs schon einmal gesehen. Dort wurde ihm überall ein ziemlich nerdiger Text als Untertitel untergeschoben.

Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut, das Teil korrekt zu übersetzen, also bitteschön:

An dieser Stelle sei auf die Demo am 24.7.10 der Initiative Bielefelder Subkultur hingewiesen, auf deren Blog man Infos zum Verlauf findet »

Jul 09

Da ich ja liberale Ideen und freie Märkte zu 100% unterstütze, ist mir gestern der Gedanke gekommen, dass man auch das private Gesundheitswesen konsequent privat halten sollte.

Esgibtsie.de fordert daher:
Privatversicherte sollen in Zukunft nur noch in eigenen Privatkrankenhäusern und von Privatärzten behandelt werden.

Kassenpatienten bekommen ihre eigenen Krankenhäuser und Ärzte, in denen Privatversicherte nicht behandelt werden dürfen. Wir würden uns nie wieder aufregen müssen, das ein Privatversicherter einen Arzttermin sofort bekommt und beim gleichen Arzt ein Kassenpatient 8 Wochen auf einen Termin warten muss.

Ein Privatversicherten-Krankenhaus würde es dann vermutlich in Bielefeld nicht geben, dafür gäbe es hier nicht genug Privatversicherte. Die müssten dann z.B. nach Hannover oder ins Ruhrgebiet fahren.

Die Kassen-Krankenhäuser dürften nicht in privater Hand sein und müssten auch keine Traumrenditen abwerfen, die Privatkliniken hingegen müssten in privater Hand sein und mindestens die derzeitigen Gewinn abwerfen. Das würde die Beiträge für Privatversicherte auf ein angemessenes Maß erhöhen. Ob die Privatpatienten sich dann ein so umfassendes, lokales und bezahlbares Gesundheitssystem ohne die Kassenpatienten überhaupt leisten könnten?

Mal schauen, wie lange es dauern würde, bis die Privatpatienten in die gesetzliche Krankenkasse flüchten würden – und sorry, da würde ich die dann nicht mehr rein lassen. Teil euch eure Gewinne – und eure Kosten.

“Macht das mal unter euch privat aus!”

P.S.:
Einen sehr lesenswerten Artikel zu dem Thema gibt es von Jens Berger auf Telepolis »

Und wer auch vor schwerstem Verschwörungsstoff nicht zurückschreckt, kann sich diese Frontal21 Reportage von 2008 ja einmal anschauen. Ein spannendes Zitat daraus, von einem Korruptions-Spezialisten der Polizei: “Die Pharmaindustrie kann in Deutschland eigentlich machen, was sie will.”

Jun 26

Diese Video hier hab ich heute zum ersten mal bei Nerdcore gesehen. Sehr großartig! Es endet mit Günter Netzer, der da zu dem jungen Hajo Friedrichs sagt: “Ja, ich bin im Grunde genommen auch der Meinung, das mehr Farbe in die Stadien rein soll, das ist ein Service auch an die Zuschauer.”

Für eine buntere Welt :-)

Jun 23

Da in den letzten Tagen hier relativ viele Leute via Facebook landen, möchte ich noch mal auf dieses besondere Angebot hinweisen: Leuten, die mir ein Bildschirmfoto von ihrer Facebook-Abmeldung per mail schicken, gebe ich ein Bier in einer Bielefelder Kneipe ihrer Wahl aus!

Und nach eurer Abmeldung bei Facebook könnt ihr dann direkt an der Verfassungsbeschwerde vom FoeBuD e.V. gegen die Volkszählung 2011 teilnehmen »

Jun 22

Wenn ihr mal die Liste durchschaut, wer so alles im Kamp gespielt hat, da wird jeder seine persönlichen Kamp-Momente finden. Hier ein paar von meinen Favoriten. Was waren eure Lieblingskonzerte?

Bernd Begemann

 

Frank Spilker

Tocotronic

Senior Coconut

Paula

Die Sterne

Rantanplan

ZZZ HACKER

Jun 21

“Kamp – der beste Club der Stadt”, pflegt Bernd Begemann bei Auftritten in Bielefeld zu sagen.

Nur wenn man als Bielefelder einen riesen Stock im Arsch hat oder Frühgreis ist, nur dann mag man vielleicht auf das Kamp pfeifen. Für alle anderen ist das Kamp als Veranstaltungsort für Konzerte, Lesungen, Partys unverzichtbar.

Nun haben die Falken mitgeteilt, den Vertrag mit dem Veranstalter Kulturkombinat e.V. zu Ende 2010 nicht zu verlängern. Grrrrrrrr. Sie wollen dafür das Kita-Angebot erweitern. Da kann man natürlich nur dafür sein, aber der Verein könnte sich weiterhin eine Koexsitenz vorstellen oder benötigt andere Räumlichkeiten.

Ich votiere ganz klar weiter für das Kamp. Ich kann gar nicht aufzählen, wieviele Abende meines Lebens ich dort verbracht habe, wieviele Konzerte und Lesungen ich dort gesehen und gehört hab. Nix gegen den Falkendom und das Forum, aber das Kamp ist etwas ganz besonderes in Bielefeld. Hier haben sich immer alle Generationen getroffen, der Raum war ist nicht zu groß, so dass auch bei kleineren Gigs voll war und es wurden Bands gefeiert, die ihren Durchbruch auf die großen Bühnen noch vor sich hatten. Für Kulturschaffende und für Interessierte ein nahezu idealer Raum.

Wer das auch so sieht, möge die Leute vom Kulturkombinat unterstützen und zumindest hier die Online Petition unterzeichnen!

Und weil ich sie zweimal im Kamp gesehen hab, hier Neue Zähne für meinen Bruder und mich von Superpunk:

Update:
Die Bielefelder Grünen wollen prüfen lassen, ob die Falken das Kulturkombinat laut Leistungsvertrag überhaupt vor die Tür setzen dürfen und auch Matthi Bolte hält das Kamp für den richtigen Ort.
Auf den Seiten der anderen Parteien in Bielefeld findet man nichts zu dem Thema. Auch nicht auf  Twitter oder sonstwo im socialmediainterwebz. Nicht das ich das erwartet hätte. Die sind unfähig zum Dialog im Netz und wollen es auch bleiben. Bei CDU und SPD stehen sie für stabiles Blablabla in NRW zur Verfügung, die FDP Bielefeld kritisiert Hannelore Kraft… pff, ich rufe euch zu: “Geht doch rüber, nach Düsseldorf!!1elf!”
Und vom NW-Blogger Rouven erwarte ich hier mal investigativen Einsatz. Schreib doch mal an die Bielefelder SPD/CDU/FDP, wie die zum Kamp stehen und ob sie sich für das Kulturkombinat einsetzen wollen. Tu was für die Bielefelder Kultur!
Jun 19

Wie hätte ein MP3 Player, ein Laptop, ein Mobil-Phone oder ein Gameboy ausgesehen, wenn diese Geräte in den 70er Jahren erfunden worden wären? Ich würde alle diese Geräte sofort haben wollen, wenn sie heute jemand so bauen würde!


[via interweb3000]

Schaut euch das mal an, was der Alex Varanese da gezaubert hat!

Jun 16

Ich fand schon den ersten Film “The story of stuff” von Annie Leonard ganz großartig. Mit sehr einfachen Worten und Zeichnungen erklärt sie eindringlich die Probleme der Welt und wie man sie lösen kann.

In ihrem neuen Clip geht es um Wasser, um sehr sehr teures Wasser und seine Folgen für die Umwelt:

Mai 11

Der von mir hoch geschätze Künstler Ruppe Koselleck nimmt es noch einmal in Angriff: Er will BP übernehmen.

Der Plan ist folgender: Ruppe Koselleck malt Bilder aus an Stränden gesammelten Rohöl. Mit den Einahmen erwirbt er Aktien von BP, bis er die Mehrheit der Aktien des Konzerns besitzt. Wenn es soweit ist, wird er alle von BP verursachten Schäden beseitigen und die volle Verantwortung übernehmen. 

Wörtlich sagt er: “Das heißt ich schlucke einen Konzern über den von Ihm verursachten Müll.”

Details zu dem Plan findet man hier und hier.

Lassen wir den Künstler zu Wort kommen:
 



P.S.:
Aufgrund diverser Spielerfahrungen mit Ruppe halte ich ihn auch für den richtigen Mann, um die derzeitigen Probleme der europäischen Währung und die Finanzkrise zu lösen. Ebenso gut ist es jedoch möglich, das er die Krise verursacht hat.